23.08.2010 | Prof. Dr. Nicholas Adjouri | keine Kommentare »

Letzte Woche am Flughafen Tegel: Was kreative Markenkommunikation bedeuten kann, zeigt Diesel. Beim Herauskommen aus der Gepäckabfertigung standen diese zwei Herren mit Schildern, wie man es auch kennt, wenn man abgeholt wird. Anstatt Namen oder Firmen standen auf den Schildern Texte wie “On a scale of 1 to 10, just how hot was the stewardess? Be stupid Diesel” oder “I’am actually a broker. Holding signs is a hobby. Be stupid Diesel”.
Diese Guerilla Kommunikation ist Teil der Be stupid Kampagne von Diesel und zeigt, wie gut eine Leitidee in allen Ebenen umsetzbar ist. Hut ab – Diesel macht es nicht nur witzig – die Kampagne ist mutig, da sie selbstironische Inhalte wirklich kreativ umsetzt.
23.08.2010 | Prof. Dr. Nicholas Adjouri | keine Kommentare »
Was nützt die beste Theorie, wenn die Marke in der Praxis nicht gelebt wird? Sky ist eines dieser Beispiele. Ich war mehrere Jahre ein treuer Kunde von Premiere. Als Sky das Ruder übernahm, wurde mir ohne Vorwarnung der Vertrag gekündigt. Erst nach einigen Tagen erhielt ich dann von Sky einen neuen Vertrag zugeschickt und natürlich wurden die monatlichen Raten nach oben angepasst. Ich habe natürlich nicht unterschrieben, denn ich fand das Vorgehen und insbesondere die Kommunikation mehr als ungeschickt. Ich kann zwar verstehen, dass Sky unbedingt Gewinne erzielen möchte. Doch ich bezweifle, dass dies der richtige Weg ist. Seitdem steht das Telefon bei uns nicht still – immer wieder versucht ein Sky-Mitarbeiter, mich telefonisch zu erreichen. Vergebens – dies hätte man sich vorher überlegen sollen. Wenn Sky bei allen Kunden so vorgegangen ist, dann wird dies nichts mit der Etablierung einer neuen Marke am Horizont.
23.08.2010 | Prof. Dr. Nicholas Adjouri | 4 Kommentare »
Die Deutsche Post plant im Juli den Launch eines neuen Services für den elektronischen Schriftverkehr. Der neue Name: E-Postbrief. Nicht nur, dass lange Namen es sowieso weitaus schwerer haben als kürzere. Auch bei starken, etablierten Namen kommen lange Namen nicht gut an. Denn kein Mensch sagt, dass er einen “Mercedes-Benz” fahre, sondern eher einen “Mercedes” (in anderen Gegenden sagen die Menschen dazu einfach nur “Benz”). Auch Coca-Cola hat schlauerweise den Zweitnamen “Coke” schützen lassen, weil der genuine Name zu lang und sperrig ist. Bei E-Postbrief kommt aber noch der Pleonasmus hinzu, also die mehrfache Gleichbedeutung des Begriffes. Denn “Post” ist gleich “Brief” – was sonst? Was in der Poesie eventuell noch als stilistisches Mittel durchgeht, ist in der Markenwelt ein faux pas. Fazit: Der Name ist nicht nur zu lang, sondern auch nonsens.
Weitere Informationen finden Sie auch unter: http://m.ftd.de/;special;svr=unternehmen/ftd/bm/1/unternehmen/handel-dienstleister/:e-postbrief-neuer-name-neues-glueck/50114924.html?mode=simple
23.08.2010 | Prof. Dr. Nicholas Adjouri | keine Kommentare »
Ganz überraschend kam es ja nicht: der Abstieg von Hertha in die 2. Bundesliga hat sich schon lange angekündigt. Dabei mangelte es gar nicht an sportlicher Qualität – die Mannschaft hat sich in der Rückrunde gut behauptet. Also, woran lag es dann? Ursachen gibt es wohl viele – doch ein Manko ist nicht zu leugnen. Hertha BSC ist keine Marke. Was fehlt ist ein starker, konstanter Markenkern, der beständig gepflegt wird. Konstanz und Stabilität scheint ein Fremdwort beim Verein zu sein, denn der Verein ist seit Jahren in einer Art Selbstfindungsphase. Insbesondere das Ziel, den Verein bei den Zielgruppen zu etablieren, ist fehlgeschlagen. Die Markenloyalität ist nicht vergleichbar mit anderen Vereinen – und dabei muss man nicht immer nach München schauen, sondern auch ein wieder erstklassiger Verein aus Hamburg mit Kultcharakter macht es vor, wie Markenbildung funktioniert. Als ich vor einigen Monaten in Rom in ein Sportgeschäft ging, fand ich dort – neben den Trikots von allen italienischen Klubs – auch Fan-Devotionalien eines deutschen Klubs. Nein, es war nicht Bayern München, sondern Trikots und Schals vom St. Pauli. Dies verdeutlicht, dass auch ein kleinerer Klub eine starke Marke sein kann. Hertha sollte sich auf ihre Wurzeln zurückbesinnen und einen neuen Versuch wagen. Zeit wär’s.