23.08.2010 | Jan Schneemann | keine Kommentare »

Endlich ist wieder Grillsaison. Dabei darf neben viel Sonne, noch mehr Bratwurst und einem kühlen Bier vor allem eines nicht fehlen: Senf. Und zwar nicht irgendeiner, nein, es muss natürlich der gute Bautz’ner sein. Und während man genüsslich seine Bratwurst einstreicht, als sei man gerade dabei, ein malerisches Meisterwerk zu vollenden und die Vorfreude auf den ersten Bissen kaum noch unterdrücken kann, freut man sich gleichzeitig auch darüber, dass es doch noch ein traditionsreiches ostdeutsches Produkt zum gesamtdeutschen Marktführer gebracht hat.
Das Erfolgsgeheimnis des Bautz’ner Senfs liegt wohl in seiner Authentizität. Denn obwohl das Werk mittlerweile in bayrischer Hand ist, wird nach wie vor in einem Bautzener Vorort produziert. Zudem wurden die üblichen krampfhaften Modernisierungsversuche erfolgreich abgewehrt – so wurde weder der Geschmack an westdeutsche Gaumengewohnheiten angepasst, noch die Farbe optisch ansprechender gestaltet, wie sonst bei Nahrungsmitteln leider allzu üblich. Senf ist nunmal senfbraun, komme was wolle!
Wir gratulieren zu einer scharfsinnigen Markenpolitik und wünschen guten Appetit.
23.08.2010 | Prof. Dr. Nicholas Adjouri | keine Kommentare »
Ganz überraschend kam es ja nicht: der Abstieg von Hertha in die 2. Bundesliga hat sich schon lange angekündigt. Dabei mangelte es gar nicht an sportlicher Qualität – die Mannschaft hat sich in der Rückrunde gut behauptet. Also, woran lag es dann? Ursachen gibt es wohl viele – doch ein Manko ist nicht zu leugnen. Hertha BSC ist keine Marke. Was fehlt ist ein starker, konstanter Markenkern, der beständig gepflegt wird. Konstanz und Stabilität scheint ein Fremdwort beim Verein zu sein, denn der Verein ist seit Jahren in einer Art Selbstfindungsphase. Insbesondere das Ziel, den Verein bei den Zielgruppen zu etablieren, ist fehlgeschlagen. Die Markenloyalität ist nicht vergleichbar mit anderen Vereinen – und dabei muss man nicht immer nach München schauen, sondern auch ein wieder erstklassiger Verein aus Hamburg mit Kultcharakter macht es vor, wie Markenbildung funktioniert. Als ich vor einigen Monaten in Rom in ein Sportgeschäft ging, fand ich dort – neben den Trikots von allen italienischen Klubs – auch Fan-Devotionalien eines deutschen Klubs. Nein, es war nicht Bayern München, sondern Trikots und Schals vom St. Pauli. Dies verdeutlicht, dass auch ein kleinerer Klub eine starke Marke sein kann. Hertha sollte sich auf ihre Wurzeln zurückbesinnen und einen neuen Versuch wagen. Zeit wär’s.
23.08.2010 | Heike Jaeger | keine Kommentare »
Gegen Ende der neunziger Jahre bekam man immer wieder ein großartiges Foto der Gründer von Microsoft zugeschickt, mit der Unterzeile „Would you have invested?“. Diesen Satz konnte jeder unter schallendem Lachen mit den Worten „No way!“ beantworten – wohlwissentlich, dass es dennoch eine ziemlich gute Idee gewesen wäre. Auch ich habe herzlich gelacht, denn ich hätte zu einem Zeitpunkt investieren müssen, als mein monatliches Taschengeld etwa 8 D-Mark betrug – eindeutig also nichts verpasst.
Ganz anders mit Apple-Aktien. Verdammt! Dabei hätte ich nur an Stelle meines ersten Powerbooks den gleichen Wert in Aktien investieren müssen. Jeder, der sich einen oder sogar immer wieder neuere Apple-Rechner gekauft hat, wird feststellen müssen, dass das Geld in einer Aktie besser investiert gewesen wäre:
http://www.kyleconroy.com/apple-stock.php
Mein erster Rechner war übrigens ein Apple PowerBook G3 500 (Firewire/Pismo), mein zweiter ein Apple MacBook “Core 2 Duo” 2.16 13″ (Black) – verdammt, verdammt, verdammt!